Cineastisch-vegane Weltreise: Norwegen (Station 12)

Der Menschen Stolz des friedvoll-hoffnungsvollen Städtchens Ajigasawa ward ein edler weißer Vierbeiner und die Patchworkfamilie Shibata lehrte uns, dass Diebstahl, Entführung und Raub in manchem Strickmuster des Schicksals nicht zwingend böse sein müssen. So sah er aus, der filmische Anteil unseres letztwöchigen Aufenthalts im stolzen Japan. Weiter geht sie, unsere selbstbestimmte gedankliche Reise in bessere Momente, als sie unser aller Alltag derzeit zu bieten imstande ist.

Wir wollen gemeinsam träumen, ein wenig schlemmen, nette Filme sehen, alles natürlich mit dem Lokalkolorit des bereisten Landes. Drum gestatte dir und uns, du wohlmeinende Seele am anderen Ende des Internets, einige Stunden des erinnerungsvollen Schwelgens im warmen Lichte einer Welt von gestern.

Land entlang der schmalen Fjorde

Aus hohen Lüften kommend erreichte heute Morgen unser klimaneutraler yogischer Flieger den Luftraum Norwegens mit seinen 25.000 Kilometern Küstenlinie und gerade einmal knapp über fünf Millionen Einwohnern. Unser in Okinawa begonnener 8600 Kilometer zählender Himmelsmarsch übers Erdrund geriet abermals zur Bestätigung, dass des Menschen Bestimmung mitnichten die Einsperrung sein kann. So flogen wir ein, in das Land der Wikinger, in die Heimstätte uns hoffentlich hold gewogener Trolle.

Über frühem Sonnenfunkel auf den Wassern des Trondheimfjords schwebten unsere Seelen. Erst der Bodenkontakt zur Start- und Landebahn eines erwachenden Trondheim Lufthavn rüttelte uns auf. Eben noch kündete ein verträumtes Lächeln in unseren Gesichtern von den Erinnerungen an so manche Highlights unserer nun schon Monate währenden vegan-kulinarisch-filmischen Sause. Unvergessen bleibt uns etwa der in Frankreich erlebt Bucklige Jean Cadoret, wie er von habgierigen Schurken nur vermeintlich besiegt worden ist. Unsere Aufgewühltheit über derlei menschliche Niedertracht ward gestillt durch eine himmelssüße Apfeltarte. Du erinnerst dich auch, wie wir derlei gestärkt und teils atemlos Manons Rachefeldzug verfolgten. 🙂 Welch Trost war am Ende des Buckligen Tochter Sieg über ihres Vaters Mörder.

Soll das Gute nicht nur in den hitzeflirrenden Hügeln von Bastides Blanches obsiegen. Soll es das bitte auch vor unseren Bildschirmen tun. Soll das Gute im Leben letztlich das Höhere mit dem Sein versöhnen. Immerfort soll es das. So wie auch jenes Recht immerfort Bestand haben wird, welches bittschön nicht mit jenem von Politikern, Pharmakonzernen und Meinungswächtern in Anspruch genommenen Recht verwechselt werden sollte. Völlig unbestritten drückt die Schicksalsschwere dieser Tage auf unser aller Zukunft. Das Einknicken zu verhindern kostet eigentlich kaum Kraft, so braucht es nur Meditation, die innere Einkehr, die Lossagung von Angst und ihren Verkündern. Lass dich “pieksen”, wenn du es trotz aller Bedenken deiner Gesundheit für zuträglich erachtest. Lass dir keineswegs aber einen “Pieks” gegen das Versprechen von ein wenig alter Freiheit aufschwatzen. Wer dir so kommt, der macht sich in meinen Augen der Erpressung verdächtig. Und Erpresser gelten gemeinhin als prima Kriminelle.

Wahre Freiheit kann man uns ohnehin nicht nehmen. Die Welt in uns ist so viel größer als die Welt, in welcher wir leben. Drum lass uns jetzt einen Moment der Freiheit genießen.

Norwegische Erbsensuppe

Wie in den lichtesten Momenten der letzten Wochen findet unsere Heimkehr zur Suppe ihre bedingungslose Fortsetzung! Es sind die wohlmeinendsten Götter, welche uns heute die Weltpremiere von Melanies norwegischer Erbsensuppe vegan à la gurunest bescheren. Zumal, herrje, welch Zufall, passend zum Reiseziel. 🙂 Schau, dass du schnell das gleiche aromatisch-famose Glück in deiner Küche zauberst, um hiernach mit Augen, Nase und Herz dem simplem Glück nordischer Landen zu verfallen. 🙂

Ich reise allein (OT: eg reiser alene), Norwegen 2011

Bergen in Norwegen. In den Neunzigern. Jarle ist Mitte Zwanzig und es scheint, als sei ihm sein Studium der Literaturwissenschaften längst zum Selbstzweck geraten. Der Nimbus des von der Geschicken des Weltlichen abstrahierten Intellektuellen prägt sein Selbstbild. Seiner Tage Fluss kennt mehr Parties und Amouröses mit seiner Dauerfreundin Herdis. Welche übrigens von Ingrid Bolsø Berdal gespielt wird, diesem ansehnlichen Stereotyp norwegischen Blondinentums. 😉 Weiter im Plot: Die Zerstreuung gerät Jarle mitunter wichtiger als die Vorlesungen oder gar das Fortkommen im Artikel über Marcel Proust für das “Dagbladet”. Eines Tages werden die Weichen im Leben unseres jungen Lebenskünstlers in unerwartete Richtung gestellt. Ein Brief wird das Lebenskonstrukt des Ziellosen zunächst umwerfen, um es dann fester denn je wiederaufleben zu lassen.

Der ganze Film macht Spaß, er ist keines Lebensernstes Meilenstein. Beileibe ist er das nicht. 🙂 Lache mit uns bis zum Gehtnichtmehr in den ersten Momenten des Films, als da zwei Freunde mit suchendem Blick die schlafende Mitschülerin auf eine ganz besondere Art und Weise betrachten.

Norwegischer Obstkuchen

Meines Weibes Norwegischer Obstkuchen
Ist meiner Hüften Fluchen

Wie auch immer
Missen möcht ichs nimmer

Zu sehr lockt die Fahne
Erst recht mit Sahne

Sons of Norway (OT: Sønner av Norge), Norwegen 2011

Oslo in den Siebzigern. Der pubertierende Nikolaj findet zum Punkrock und die Revolte gegen die Erwachsenen und gegen überhaupt alles nimmt ihren Anfang. Aber wie stellt man das an, wenn der Vater der endcoole Oberhippie schlechthin ist? Ein prima lustiger Plot mit traurigen wie ekligen Szenen. Doch, gottlob, die Tortur unserer Lachmuskeln überwiegt bei Weitem. Allein die Szene in der Nudistenkolonie gereicht “Sønner av Norge” zu ewiger Erinnerung. Hab Spaß an einer norwegischen Komödie mit ihrer gehörigen Portion Lebensweisheit!

Fiskekaker – Norwegische Frikadellen mit Apfel-Meerettich-Dip

Bereits in Polen führte ein ganz besonderes Kochbuch unsere Gaumen zum Glück. Jens und Miriam, so schrieb ich bereits, betreiben mit der Villa Vegana ein wunderbares veganes Hotel auf Mallorca. Deren Feder entstammt ein großartiges Kochbuch mit veganen Speisen aus aller Welt. Das Werk mit dem Titel „Vegan aus aller Welt – das Villa Vegana Kochbuch“ erschien 2018 im Ventil Verlag. Sehr empfehlenswert! Von dort, zu finden auf Seite 205, stammt das Rezept zum von uns nachgekochten, welch lustiges Wort, Fiskekaker. 🙂 Und, du siehst es auf den Fotos, Zaziki vegan à la gurunest passt zu vielen Situationen des Lebens wie auch exakkt hier. 🙂

Auf jeden Fall essen sich die “Frikadellchen” weg wie nix. Und bis nix mehr da ist. Yoga oder jedwede andere Aktivitäten danach sind praktisch auszuschließen.

Nächster Halt unserer Weltreise: Russland

Im größten Land der Erde wollen unsere Herzen an unserem nächsten Stopp weilen. Allein unseres Gastgeberlandes Zeitzonen bemessen sich von UTC+2 bis UTC+12. Wie auch immer die Woche wird, zum Glück jeden Moments gesellt sich der Lebenshelfer Vorfreude. Das Notwendige ist jetzt bereits erledigt, drum kennt auch der Autopilot unseres klimaneutralen yogischen Jets bereits das Preset Latitude: 56.1767242 56° 10′ 36.207” N, Longitude: 92.4769836 92° 28′ 37.141” E

Ja, du hast es sofort erkannt: wir werden nahe Sibiriens drittgrößter Stadt Kransnojarsk landen. Keineswegs nach Moskau oder Sankt Petersburg soll uns vermeintlicher Glanz locken. Vielmehr wird unserer Weltwanderung Zwischenstation ein Stück weiter am Fluss Jenissei zu finden sein. Jenes von Werner Herzog und Dmitry Vasyukovdas im Dokumentarfilm “Happy People: A Year in the Taiga” (2010) portraitierte Örtchen Bakhtia soll unserer Weltwanderung Zwischenstation werden. Dort wollen wir sie fühlen, die russische Poesie. Dort wollen wir russische Speisen schlemmen, dort wollen wir zwei prima russische Movies genießen. Du wohlmeinende Reisebegleitung, sei abermals tapfer an unsrer Seite. Gib uns nicht auf, vieler Länder Abenteuer wollen wir noch harren.

ГОРА С ГОРОЙ НЕ СХОДИТСЯ, А ЧЕЛОВЕК С ЧЕЛОВЕКОМ СОЙДЁТСЯ. (Übersetzt: Ein Berg kommt nicht mit einem anderen Berg zusammen, aber ein Mensch mit einem anderen Menschen)

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