Cineastisch-vegane Weltreise: Corleone (Station 15)

llkommen zurück, du gute Seele, du treue Reisebegleitung auf unserem leckeren Trip rund um die Erde. Erneut haben wir uns in unseren klimaneutralen yogischen Flieger gesetzt und ein sonnenverwöhntes Ziel des Herzens angesteuert. Diesmal sind wir familiär ausgerichtet und unsere Worte und Gedanken berücksichtigen die mitreisenden Kinder. Denn jetzt begleiten uns die bezaubernden kleinen Nichten Lilliana und Labella, die feurige Stefania und der ehrwürdige Don Carmine. Mit der Kraft unserer Fantasie wollen wir an einem ganz besonderen Ort in Sizilien einige Stunden verweilen und zwei prima zum Ort passende Filme schauen. Dabei wollen wir es uns mit Suppe, Torte und Pasta gutgehen lassen. Sei herzlichst eingeladen, es uns gleichzutun. Koch dir schnell die Speisen nach, auch wenn sie gerade heute “nur so ähnlich geraten” und klick auf deinem Smart-TV die mafiamäßige Filmauswahl. Genießen wir gemeinsam diesen weiteren Tag unserer so besonderen Reise.

Letzte Woche noch, da waren wir in Mexiko. Während in der Sonora-Wüste und ganz in der Nähe zur Grenze zu Kalifornien unser yogischer Jet auf dem provisorischen Flugfeld fröhlich Wüstenstaub ansetzte, da hatten wir einen knallernsten und dann, zum Ausgleich, einen deutlich lustigeren Film sehen dürfen. Und wie auch immer es war, hungrig waren wir dank der lokalen veganen Köstlichkeiten, wie etwa Melanas famosen Spinat-Quesadillas vegan à la gurunest, zu keinem Zeitpunkt. Und so soll es sein auf unserer Reise. So wollen wir uns amüsieren, so wollen wir zur Ablenkung finden.

Während meiner Schreibfeder diese Worte entspringen, weilen wir schon seit Stunden in Sizilien. Die Sonne erreicht ihren Zenit und hier in den Gassen des Ortes Corleone wollen wir ihn verbringen, diesen besonderen Tag mit der Familie und mit “der Familie”. 😉 Wie ein Fluss an seiner Quelle entspringt das Wesen der Ehrenwerten Gesellschaft besonderen Orten in der alten Heimat.

Die bezaubernden kleinen Nichten Lilliana und Labella sollen diesen Reisebericht aus Corleone auch lesen können. Darum werden die Worte von Edmondo mit weniger Pfeffer und mit weniger Olivenöl als sonst getränkt sein. 🙂

Der Ort Corleone in Sizilien  

Im kühlen Schatten genießen wir einen sonnenverwöhnten Tag. Aus den Gassen hören wir Mütter, welche von Balkonen ihre Kinder zum Essen reinrufen. Ein paar Meter von uns entfernt, da stellt ein älterer Bewohner des Viertels mit den Worten “Ciao caro mio” einem kleinen Streuner eine Schale frischen Wassers bereit. Der Himmel ist tiefblau und unendlich, die Menschen sind stolz und schön. Sizilien heißt uns willkommen.

Kalte Getränke und die Gemeinschaft lassen uns vergessen, dass zuhause alle ein komisches Theaterstück spielen. Alle Darsteller sind maskiert und die Handlung dreht sich nur um Tests und krass-mega-super-duper-gefährliche Mutanten. Je länger ein schlechtes Theaterstück dauert, umso wichtiger ist die Pause mittendrin! Und die gönnen wir uns heute.

Wir werden italienisch angehauchtes mafiamäßiges Essen genießen und zwei prima Mafiafilme sehen. Der erste Gangsterfilm spielt in den Niederlanden, trotzdem ist er Mafia pur und als Kinderfilm genau das richtige fürs junge Publikum. Abends dann, wenn die großen Mafiosi ‘von übermorgen’ in ihren Träumen liegen, dann werden wir Großen uns den “erwachseneren” Mafiafilm anschauen. So wollen wir das machen, so gestalten wir unseren Tag.

Mit Champignon-Souppa machen wir uns bereit für die kleinen Gaunereien von Rik Boskampi

Wie in den letzten Wochen findet unsere völlig durchgedrehte Liebe zur Suppe auch heute statt. Aber wie macht man eine Suppe, welche so richtig mafiamäßig wird? Natürlich mit einem guten Mafia-Kochbuch! Längst ist es vergriffen, aber Melana konnte vor über 20 Jahren von einer zwielichtigen Gestalt noch ein Exemplar ergattern.

Ein Münsteraner Verlag hatte das kleine Büchlein voller krimineller Köstlichkeiten in den Siebzigerjahren und dann nochmal in den späten Neunzigerjahren auf den Markt gebracht. Das Besondere: Jedes Exemplar hat einen echten (!) Durchschuss. Die Speisen hingegen sind alle so überhaupt nicht vegan, aber sie können leicht veganisiert werden. Mit ein bißchen Glück, frag dich durch und halt ein bißchen Schmiergeld bereit, findest auch du noch ein gebrauchtes Exemplar.

Wir starten mit der Champignon-Souppa von Seite 26, natürlich ohne die Butter, die Eier und den Käse. 🙂 Ehrliche mafiamäßig heiße Suppe. Genau das Richtige, um uns auf den ersten Gangsterfilm vorzubereiten.

Kleine Gangster (OT: De Boskampi’s), Niederlande 2015

Rik ist Teenager und in seiner Schule gilt er als Schwächling. Er wird geärgert, gehänselt, geschubst und ausgelacht. Zuhause lebt er allein mit seinem Vater, einem ausgesprochen harmlosen Vater. Nett, aber eben harmlos. Dann aber soll sich Riks Leben bald grandios verändern. Zum einen guckt Rik unerlaubterweise eine Mafiaserie und dort holt er sich Ideen, wie man hart und gemein wird. Zum anderen zieht sein Vater mit ihm in ein neues Wohnviertel mit einer völlig neuen Schule.

Rik nutzt die Gelegenheit und aus einem Boskamp wird ein mafiamäßiger Italiener Boskampi. Jetzt wird er nicht mehr gemobbt. Ganz im Gegenteil: ruckzuck hat er seine eigene Gang und das Leben könne so schön sein … Würde da nicht ein alter Mitschüler auftauchen, würde da nicht auch ein echter Mafiaboss auftauchen und würde sein Vater nicht alles rausbekommen. Aber die Dinge werden möglicherweise doch noch obercool. Ein Riesenmafiaspaß aus den Niederlanden, für Kinder und Jugendliche, aber absolut auch für uns Erwachsene. Boah, da wird man hungrig bei, das schreit jetzt nach Kuchen. 🙂

Blutige Mafiatorte vegan

Die auf den Fotos gezeigte blutüberströmte vegane Mafiatorte ist Stefanias Werk. Ich habe sie nach dem Rezept fragen wollen und mir wurde schnell klar, ich würde mit meinem Leben dafür bezahlen. Darum wollen wir jetzt und heute nicht näher drauf eingehen.

Aber machen wir kein Problem draus, schließlich gibt es auf der einer ganz besonderen Website eine eigene vegane Kuchenkategorie. Da findet sich doch bestimmt etwas Süßes auch für deinen Mafiatag. Mit irrem Blick und unverschämt scharfem Messer, genau wie Melana, kannst du sie dann zerteilen. 🙂

Spaghettini Butterfly

Unser gemeinsames Abendessen kommt ebenfalls aus dem nur noch gebraucht erhältlichen Mafia-Kochbuch. Auf Seite 34 ist das so simple und doch mafiamäßig nahrhafte Pastagericht mit den grünen Paprika. Schnell ist es veganisiert. Gutes Olivenöl und grüne Paprika stimmen das Jungvolk auf die Nachtruhe ein und die Älteren auf DAS große Meisterwerk des Mafiafilms.

Der Pate (OT: The Godfather), USA 1972

Don Vito Andolini Corleone hat immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte seiner italo-amerikanischen Landsleute und auch jetzt hört er einem Nachbarn zu, welcher den Paten um eine Gefälligkeit bittet. Von draußen ist die Musik der großen Feier zu hören, denn heute wird geheiratet, heute findet die ganze Familie zusammen. Santino, Fredo und sogar Michael sind da. Clemenza übt seine Worte, mit dem er seinen Paten zur Verheiratung seine Tochter gratulieren wird und so finden wir rein in die meisterhafte Verfilmung des großen Romans von Mario Puzo. Zeitlos, genial, tiefgründig, von bestechender Ästhetik, nobel und gleichsam von bitterer Härte.

Sogar die Cosa Nostra, die nordamerikanische Mafia, war von dem Film so sehr begeistert, dass die echte ehrenwerte Gesellschaft nach “The Godfather” nie wieder so sein sollte wie vorher. Der noble Stil aus dem Film wurde teilweise übernommen, so wollte man sein, so hat man sich präsentiert.

Wenn die Dinge wirklich gut laufen, wenn das richtig große Geld fließt, dann sind gerne Gewalt, Bestechung und Erpressung am Werk. Verstehst du “Der Pate”, dann verstehst du die Wirklichkeit.

Nächster Halt unserer Weltreise: Dänemark

Nächste Woche, liebe Freunde der verrückten Ablenkung in einer noch verrückteren Welt, wollen wir in Dänemark Rast einlegen. Dort geht’s dann wieder ans Eingemachte, schließlich machen die Dänen die genialst-verrücktesten Filme der Welt. Außerdem lockt deftiges Essen und der Spaß an der Sache. Buonanotte liebe Freunde am anderen Ende des Internets!

“EIN MANN, DER NICHT ZEIT MIT SEINER FAMILIE VERBRINGT, KANN NIEMALS EIN RICHTIGER MANN SEIN.”

Vito Andolini Corleone
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